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13.11.2014, 17:49 Uhr
Illegale Beschäftigung von Flüchtlingen bekämpfen
MdB Huber fordert klare Linie zur Vermeidung falscher Anreize für Wirtschaftsflüchtlinge
Seit dem 1. November herrschen neue Bedingungen für Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Mit dem Auslaufen der italienischen Operation „Mare Nostrum“ übernimmt nun die EU-Grenzschutzagentur Frontex die Kontrolle. Die Mission „Triton“ ist in Politik und Gesellschaft stark umstritten. Ein geringerer Aktionsradius der Rettungseinheiten sowie weniger finanzielle Mittel lassen einen Anstieg der Opferzahlen befürchten. Zudem wird zukünftig der Schwerpunkt auf Grenzsicherung statt Rettung aus Seenot liegen. 
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Charles M. Huber fordert die Abschaffung falscher Anreize für Flüchtlinge durch illegale Arbeit.
Für Charles M. Huber MdB ist dies vor dem Hintergrund der Kombination aus wirtschaftlicher und demografischer Entwicklung in vielen Ländern Afrikas der falsche Ansatz: „Die Zahl der Wirtschaftsflüchtlinge wird weiter steigen, wenn die Perspektivlosigkeit in den Herkunftsstaaten einerseits und die Chance auf illegale Arbeit in den europäischen Ländern andererseits aufeinander prallen.“

Zahlreiche europäische Länder, insbesondere die mediterranen Anrainerstaaten, sind auf billige Saisonarbeitskräfte im Landwirtschaftsbereich angewiesen. Verdienste von etwa 900 Euro pro Monat, von denen knapp ein Viertel für ein Bett im Gemeinschaftszimmer in einem Haus mit mangelnden sanitären Einrichtungen, kurz in einer menschenunwürdigen Unterkunft, abgetreten werden müssen, sind dabei nicht die Ausnahme. „Wenn wir illegale Arbeit nicht mehr ermöglichen, wird jedem Schlepper klar, dass seine Dienste von dem, der sie in Anspruch nimmt, nicht mehr bezahlt werden können.“ so Huber. Auch würde eine Finanzierung und dadurch neu geschaffene Abhängigkeit der zurückgebliebenen Familien damit vermieden. 
 
Wirtschafts- und Armutsflüchtlinge tragen das volle Risiko. Viele von ihnen sterben bei dem Versuch, nach Europa zu kommen. Gelingt es ihnen, den Weg über das Mittelmeer zu meistern und Arbeit zu finden, erweisen sie ihrer Heimat durch die Transferzahlungen zwar einen humanitären Dienst – jedoch auf illegaler Grundlage. „Vermeintliche Erfolgsmeldungen von einzelnen Flüchtlingen erzeugen somit einen ungeheuren Nachahmungseffekt.“ 
 
Diejenigen, die sich bereits in Europa aufhalten und sich einem langwierigen Asylverfahren gegenübersehen, sollten die Möglichkeit zu einer verkürzten dualen Ausbildung bekommen. Mit dieser Expertise könnten sie entweder nach ihrer Rückkehr ins Heimatland ihr know-how anwenden und weitergeben und somit Grundlagen schaffen oder wären im Falle eines Verbleibs leichter auf dem Arbeitsmarkt integrierbar und damit keine zusätzliche Belastung für die Sozialsysteme.
 
Viel entscheidender aber ist die Ursachenbekämpfung in den Herkunftsländern. Die reale wirtschaftliche Entwicklung in den potentiellen Zielländern der Flüchtlinge muss mit Blick auf Afrika verstärkt werden. Es ist das Gebot der Stunde, die Wertschöpfung auf dem afrikanischen Kontinent auszubauen. Der wirtschaftliche Aufschwung muss beispielsweise durch Hermesbürgschaften gefördert werden. 
 
Eine Erhöhung der Kapazitäten zur Grenzsicherung und damit Abschottung Europas bringe perspektivisch gar nichts. Denn der Ansturm an Wirtschafts- und Armutsflüchtlingen wird in den nächsten zehn Jahren eher zu- als abnehmen. „Wir können jedoch die Anzahl drastisch senken und damit Leben retten.“ so Huber.