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03.09.2015, 00:01 Uhr | Hauptstadtinsider / Charles M. Huber
Der gute Deutsche und die Asylproblematik
Beitrag im Hauptstadt Insider

 „Die Deutschen reden nicht nur, sondern halten, was sie versprechen.“, hört man in den Ursprungsländern der Migranten. Einzelne Ausschreitungen von Rechtsradikalen sind bekannt, in der Gesamtbewertung des Landes jedoch keine nennenswerte Größe. Was aber geschieht mit den Asylbewerbern, wenn die Erfassungssysteme überlastet sind, nicht genügend Arbeitsplätze für diejenigen vorhanden sind, deren Antrag positiv bewertet wurde und integrative Maßnahmen nicht greifen?

 
Beitrag von MdB Huber im Hauptstadt Insider 24/2015
Berlin - Und was geschieht mit den Wirtschaftsflüchtlingen aus Afrika oder anderen Ländern, wie jenen des Balkans, deren Bewohner Asyl beantragen, während sich das Land um eine EU-Mitgliedschaft bemüht?

Was passiert, wenn die Leute hier nicht „ankommen“, sie nicht darüber informiert werden, dass das Bekenntnis zum Grundgesetz hier entscheidender ist, als das Bekenntnis zur Religion. Dies sollte Grundbedingung für die Bewilligung eines Asylantrages sein. In Frankreichs Migrantenghettos etwa ist die Lage nach wie vor explosiv. Radikale Islamisten werben um die Enttäuschten und zwar nicht nur dort, sondern laut UNHCR bereits in den Flüchtlingslagern im Nahen Osten. Schleuser haben Hochkonjunktur. 2013 bezifferten die Vereinten Nationen deren Einkünfte aus dem Menschenhandel auf 7 Milliarden US Dollar pro Jahr. Für 2014 kann man von der dreifachen Summe ausgehen.

Ich habe im Senegal, trotz hoher Arbeitslosigkeit einem der sichersten Länder Afrikas, mit einem Dutzend Jugendlicher lange über Migration gesprochen. Die wenigsten kannten das, was sie erwartet. Sie kannten „Beweisfotos“ von jenen, die angekommen sind: ein schickes Büro, ein schnelles Auto, ein tolles Haus. “In Europa passiert`s“, heißt es. Hier nicht. Das ist der Grund, warum hier alle wegwollen. Man will im globalen kulturellen Ranking nicht auf den unteren Stufen verharren. Es geht auch um das Selbstwertgefühl. Und um Erwartungen. Genau diese könnten am Ende auf beiden Seiten viel zerstören und den Nährboden für allerlei Rattenfänger bereiten. Die einen sind zutiefst enttäuscht, weil sie nicht das vorfinden, was sie erhofft hatten und die anderen, weil sich die Bemühungen für eine erfolgreiche Integration oftmals sehr einseitig darstellen.

Schicksal als Chance? Möglich! Deshalb habe ich bereits Anfang 2014 einen Vorschlag gemacht, der viel positive Resonanz in Politik und Wirtschaft erhielt: duale Ausbildung für Asylbewerber. Denn: Wer bleibt, kann damit schneller integriert werden und wer nicht bleiben kann, kehrt mit einer Berufsausbildung in die Heimat zurück. Damit lässt sich auch dort etwas anfangen.

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