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Wahlkampf & Wahl 2013
09.09.2013, 15:00 Uhr | Darmstadt
 
Charles M. Huber (CDU): Mann mit Eigenschaften
Wahlkampf reibt auf. Dennoch sitzt er luftig-locker im Schatten der Linden vorm Herrngarten-Café und wirkt tatsächlich, als wäre er längst Teil der Stadt. Dabei absolviert er doch immer noch seinen Heiner-Schnellkursus. 
Entspannt konzentriert: Charles M. Huber beim Gespräch im Herrngarten: „Das Leben ist ein Wettbewerb - Foto: Claus Völker
Darmstadt -
Am 30. Oktober 2012 wurde der Mann mit dem Künstlernamen Charles M. (eigentlich: Karl-Heinz) Huber von der CDU Darmstadt und dem Landkreis mit 89,2 Prozent Zustimmung zum Bundestagskandidaten erkoren. Für ihn eine Art Abenteuer? „Das Wort ist vollkommen falsch“, sagt er. Und verweist auf das, was andere nicht haben: seine Mehrsprachenkompetenz, seine bikulturelle Herkunft, seine vielen Jahre als entwicklungspolitischer Teilzeit-Berater für die Industrie, für die Bundesregierung, für Unterorganisationen der Vereinten Nationen oder auch für das Tourismusministerium in Äthiopien.
 
Huber wurde als Sohn des senegalesischen Diplomaten Jean-Pierre Faye und der deutschen Hausangestellten Olga Huber in München geboren. In seiner Autobiografie (2004) beschreibt er, wie er als Afrodeutscher bei seiner Großmutter im Landkreis Dingolfing-Landau aufwuchs. Staunenswert, was seitdem alles mit ihm und durch ihn geschehen ist.
 
Die Exotik seines einstigen Berufes als Seriendarsteller in einer Krimireihe sorgt für Aufmerksamkeit, das gibt er zu. Ansonsten verdecke diese Zeit (1986 bis 1997) eher das, was ihn auszeichne: mit großer Beharrlichkeit – er vermeidet absichtsvoll den von den Grünen parteipolitisch codierten Begriff der Nachhaltigkeit – dicke Bretter zu bohren und Vorhaben konsequent durchzusetzen.
 
Darmstadt ist durch was mit München verbunden? Durch die Tendenz zur kulturell geradezu liebevoll gepflegten Meckerei und Nörgelei. „Das hat natürlich was mit Erfolg und Wohlergehen und Wohlstand zu tun“, findet Huber, das Meckern sei quasi ein „Luxus-Phänomen.“
 
Und dann setzt er selbst an zum Kritisieren, „aber natürlich konstruktiv“: Der Wahlkreis 186 sei „ein spannender Wahlkreis“, aber in Berlin werde er absolut unter Wert vertreten. „Wir sind das Houston Europas“, wird Huber emphatisch, „Und wer weiß das in Deutschland? Niemand. Wir haben hier in der Region eine unglaubliche Reichhaltigkeit an wichtigen Kultureinrichtungen, und wer würdigt das? Niemand.“
 
Diese Sicht auf die Dinge hat selbstverständlich auch damit zu tun, dass der Kandidat selbst ebenfalls diese Erkenntnisarbeit leisten musste. Er musste sich erst intensiv mit Stadt und Landkreis auseinandersetzen, um ihn kennen- und schätzen zu lernen. Und dann klar auszumachen: „Darmstadts Stärke muss mehr in den Fokus der Bundesöffentlichkeit.“ Standortmarketing und Wirtschaftsförderung, und zwar zusammen mit dem Landkreis, halte er in Darmstadt für „stark verbesserungsfähig. Wir stehen doch nicht irgendwo hinterm breiten Frankfurter Rücken.“
 
„Ich vermisse ein perspektives Konzept für Darmstadt“, und dies nicht nur für den regionalen, sondern für den globalen Wettbewerb. „Bisher wird dieser Wahlkreis im Grunde nur parteipolitisch verwaltet“, findet Huber. Er wolle sein „breites Selbstbewusstsein“ einsetzen dafür, dass das anders wird. „Ein ICE-Vollanschluss sollte doch bitte für eine solche Stadt selbstverständlich sein.“
Charles M. Huber blinzelt in die Sonne. Was den Kampf um den Wahlkreis angeht: Wird es eng? Er nimmt die Frage auf mit aller verfügbaren Gelassenheit: „Wir müssen uns nicht den Träumen hingeben. Das Leben ist ein Wettbewerb.

ZUR PERSON: CHARLES M. HUBER
1956 in München geboren, verheiratet, „vier studierende Kinder“, wie er sagt. Ausbildung zum Zahntechniker, danach Karriere als Schauspieler für Fernsehen, Film, Theater. Erfahrungen als Gastronom (drei Restaurants), Berater für entwicklungspolitische Fragen im In- und Ausland.

Den Artikel im Original finden Sie hier.