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Pressemitteilungen
09.04.2014, 09:54 Uhr
Aufenthalt oder Rückkehr mit Würde - Duale Bildung für Asylbewerber
MdB Huber fordert duale Ausbildung für Flüchtlinge
Asylbewerber, die sich in die EU, bzw. nach Deutschland aufmachen, werden von der gesellschaftlichen Wahrnehmung her grob in „politisch Verfolgte“ einerseits und in „Wirtschaftsflüchtlinge“ andererseits eingeteilt. Letztere sind unter anderem Menschen aus Nord- und Subsahara-Afrika. Sie verlassen ihre Heimat, um der Armut zu entrinnen. In der EU angekommen, sind diese, anstatt ihre Energien sinnvoll einzusetzen, zum Nichtstun verdammt, bis sich unter den einst motivierten, zumeist jungen Personen, Perspektivlosigkeit,  gleich ihren Heimatländern breit macht. 
MdB Huber fordert, Flüchtlinge ins duale Ausbildungssystem zu intergieren
Einige von ihnen haben nichts mehr zu verlieren und laufen gar Gefahr, kriminell zu werden oder belasten weiterhin die Sozialsysteme unter anderem der Kommunen. Auf der anderen Seite ist der Bedarf an Fachkräften in ihren Heimatländern groß. Eine wesentliche Grundvoraussetzung für das wirtschaftliche Wachstum von Entwicklungsländern und somit die Beseitigung der Ursachen dieser Art der Migration bereits vor Ort ist privates Investment. Dies bestätigt eine OECD- Studie und um das warben die afrikanischen Regierungsverantwortlichen auf dem letzten EU- Afrika-Gipfel in Brüssel selbst. 
 
Die Chance auf Prosperität in den afrikanischen Ländern jedoch setzt neben einer funktionierenden Staatsform, adäquaten Energieversorgung und einer angepassten Infrastruktur ein gewisses Kontingent an ausgebildeten Fachkräften voraus, damit Investoren in Afrika überhaupt tätig werden können. Gleichzeitig haben wir in Deutschland einen steigenden Fachkräftemangel. Speziell in Handwerksberufen bleiben immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt. Warum nutzen wir diesen Umstand nicht zum Nutzen aller? Sofern der Asylbewerber Bleiberecht erhält, schaffen wir Integration zum Wohle unserer Gesellschaft. Werden sie abgeschoben, sind diese ausgebildeten Personen für die Entwicklungsländer besonders wertvoll. 
 
Die Asylbewerber kommen zudem nicht ohne Grund zu uns. Die vermeintliche Chance, den „Europäischen Traum“ leben zu können, ist eine große Bürde für einen hohen, allerdings schwer erfassbaren Prozentsatz der Flüchtlinge. Ganze Familienclans investieren oftmals in Einzelne, damit ihnen diese ihren Lebensumstand in der Heimat durch Transferleistungen verbessern. Werden diese zur Rückkehr bewegt, ohne im Ansatz Erfolg zu haben, wird ihnen und den Angehörigen die Würde genommen. Dadurch erhöht sich die Kriminalität und die Zerrüttung der Gesellschaftsstrukturen hier wie dort wird negativ vorangetrieben. 
„In einem ostafrikanischen Land habe ich 1996 in der Nachkriegsphase vorgeschlagen, Kriegsveteranen und Jugendliche in duale Bildungssysteme aufzunehmen“, erinnert sich Huber. „Was damals noch mit Argwohn betrachtet wurde, wird heute zum Exportschlager in der Entwicklungszusammenarbeit schlechthin.“ 
 
Laut der Bücher´schen Drei-Stufen-Theorie wirtschaftlicher Entwicklung von Landwirtschaft, über verarbeitende Industrie, bis zum Stadium der Technologie, steht Afrika noch an der untersten Stufe. Der Großteil der Bevölkerung ist im Bereich der Landwirtschaft tätig, welcher dringend unter Berücksichtigung gängiger Effizienzkriterien optimiert und teilweise neu gestaltet werden muss, um die Ernährungssicherung auf dem afrikanischen Kontinent voranzutreiben. Parallel dazu müssen, abgesehen vom Hochschulbereich, primär im handwerklichen Bereich die Grundvoraussetzungen geschaffen werden, um eine Transformation hin zur Stufe der verarbeitenden Industrie nachhaltig gewährleisten zu können. 
Deutschland ist Vorreiter des Erfolgsrezeptes dualer Bildungssysteme.

Diesen Erfahrungsschatz gilt es zu nutzen. Für Initiativen zur Implementierung von dualen Bildungsprogrammen in den jeweiligen Ländern fehlt es häufig an Kooperationspartnern. In Deutschland und Europa gibt es verschiedene in Frage kommende Ausbildungsträger für Asylbewerber. Derartige Unternehmen und Institutionen könnten sich bei Maßnahmenergreifung als besonders sozial engagiert präsentieren dürfen oder anderweitige, zu diskutierende Vorteile in Anspruch nehmen. Lehrlingsvergütungen könnten wiederum einen Teil der Aufwendungen für den theoretischen Teil, bzw. den Sprachkurs finanzieren.
 
Diese Form der  Unterstützung  hilft den gestrandeten Menschen direkt in ihrem Zuwanderungsland und bei einer Abschiebung auch im Heimatland. In letzterem Falle können die Abgeschobenen das erworbene Wissen in ihrer jeweiligen Heimat multiplizieren und sogar als potentielle Projektpartner dienen. So könnte beispielsweise die Vorlage eines hier erlangten Gesellenbriefes dabei helfen, dass vor Ort ansässige Geberinstitute oder Entwicklungsorganisationen bei der Finanzierung einer Betriebsgründung unterstützen. Möglichkeiten der Umsetzung bestünden durch die Vernetzung verschiedener vor Ort ansässiger Entwicklungsorganisationen aus der EU in Afrika und dem BMZ mit den Handwerkskammern von Deutschland aus. Durch solche Maßnahmen könnte selbst für manche anerkannte Asylanten ein Reiz entstehen, ihr Glück wieder in einem nicht verfolgten Teil ihrer afrikanischen Heimat zu versuchen, was zudem auch die Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland fördern würde. 
 
„Lampedusa dicht machen“ ist weder das Problem der EU oder Afrikas, noch impliziert dieser Gedanke Lösungen zu den bevorstehenden Herausforderungen, welche der afrikanische Kontinent auf Grund seiner rasanten demographischen Entwicklung an uns richtet. Wir müssen weitsichtiger ansetzen. Deutschland kann mit einer Aktivierung der Leistungsbereitschaft im Rahmen des dualen Bildungssystems der hier lebenden Asylbewerber diesen Transformationsprozess beschleunigen. 
"Ich hatte vor 30 Jahren einen damals jungen Mann in Gambia kennengelernt und einen Monat bei dessen Familie gelebt. Er schlug sich später in einer höchst lebensgefährlichen Odyssee quer durch Afrika,  teils zu Fuß, bis Lybien durch. Vor 2 Monaten meldete er sich bei mir über Facebook. Er lebte bereits mehrere Jahre als illegaler in London und endete als Obdachloser. Er bat mich um ein Ticket und wollte nur noch nach Hause."